EUROPA IM BLINDFLUG
Diplomatie ist keine Unterwerfung.
Kernaussagen der Rede
- Europa bewege sich auf einen großen Krieg zu
Köppel hält einen großen europäischen Krieg bis hin zum Weltkrieg für ein zunehmend plausibles Szenario. Ursache sei eine Eskalationsdynamik, die von den politischen Akteuren entweder nicht erkannt oder bewusst in Kauf genommen werde.
- Teile von EU und NATO strebten eine strategische Niederlage Russlands an
Führende westliche Kräfte glaubten, durch jede weitere Eskalation ihrem Ziel einer strategischen Niederlage Russlands näherzukommen. Sie seien von der moralischen Richtigkeit ihres Kurses so überzeugt, dass Gegenargumente kaum noch zu ihnen durchdrängen.
- Abweichende Positionen würden vorschnell als russische Propaganda abgetan
Kritik am westlichen Kurs werde nicht sachlich geprüft, sondern häufig als „Putin-Propaganda“, Verrat oder Appeasement (Besänftigung) diskreditiert. Dadurch entstehe eine „Funkstörung“ im demokratischen Diskurs.
- Die politische Debatte leide unter einer gefährlichen Alternativlosigkeit
Ein ernsthafter Diskurs über mögliche Alternativen zur gegenwärtigen Politik finde kaum statt. Selbst die Möglichkeit, dass die Eskalation in einen großen Krieg führen könnte, werde nicht ausreichend öffentlich durchgespielt.
- Gesprächsverweigerung führe zum politischen Blindflug
Wer mit seinem Gegner nicht spreche, kenne dessen Motive, Interessen und rote Linien nicht ausreichend. Europa treffe daher möglicherweise existenzielle Entscheidungen auf einer unvollständigen Informationsgrundlage.
- Die Sichtweise des Gegners muss zur Kenntnis genommen werden
Köppel rechtfertigt seine Reisen nach Russland damit, dass Realpolitik die Sichtweise der Gegenseite kennen müsse. Zuhören bedeute nicht, deren Positionen zu übernehmen oder gutzuheißen.
- Die Schuldfrage dürfe die zentrale Gegenwartsfrage nicht verdrängen
Ob Putin, die NATO-Osterweiterung oder andere Faktoren für den Krieg verantwortlich seien, könne und müsse diskutiert werden. Entscheidend sei jedoch die praktischere Frage:
„Sind wir bereit, die Folgen unserer heutigen Politik tatsächlich zu tragen“?
- Politik/Gesellschaft und Medien betrieben eine „geistige Mobilmachung“
Köppel sieht eine Sprache und öffentliche Stimmung entstehen, durch die Europa täglich tiefer in die Logik eines Krieges hineingerate. Dabei werde zu wenig gefragt, was eine unmittelbare Konfrontation mit Russland konkret bedeuten würde.
- Der Journalismus erfülle seine kritische Kontrollfunktion nicht ausreichend
Medien müssten die Regierungspolitik hinterfragen, verschiedene Perspektiven erschließen und die Bevölkerung über sämtliche Risiken informieren. Stattdessen beteiligten sie sich nach Köppels Ansicht teilweise an der Verengung des Meinungskorridors.
- Europa drohe erneut „sehenden Auges“ in einen selbst geschaffenen Abgrund zu marschieren
Mit dem Bild der „Schlafwandler“ zieht Köppel eine Parallele zu den beiden Weltkriegen. Europa laufe Gefahr, historische Fehler zu wiederholen – diesmal sogar bei vollem Bewusstsein über die mögliche Katastrophe.
- Frieden erfordere Gespräche zwischen Europäern
Köppels Schlussgedanke lautet: Russen seien ebenfalls Europäer. Deshalb müssten die europäischen Staaten wieder miteinander reden und selbst einen europäischen Frieden herbeiführen.
2 Kommentare
Was die NATO gerade getan hat, ist extrem ernst, während sie Ihnen erzählen, dass die Bedrohung Russland ist.
Was in Kaliningrad passierte, ist eine der größten und gefährlichsten Provokationen, die jemals gegen Russland vorgenommen wurden: Am 18. August führte die NATO eine Übung um Kaliningrad.
Sie umzingelte es im Wesentlichen und isolierte es von Russland, sogar blockierte die Kommunikationen zu und von Moskau. Diese Handlungen haben nichts Verteidigendes daran, weshalb sie theoretisch notwendig sind. Diese Handlungen sind offensiv und provokativ und sollten ohne Bedingungen getan werden.
Und stattdessen provoziert sie weiterhin Russland, bellen an seiner Tür (wie Papst Franziskus sagte), und tun so, als ob sie nicht wüssten, dass der Krieg in der Ukraine genau deshalb ausbrach, weil die NATO jahrzehntelang schamlos Moskau provoziert hat.
Aber diese rücksichtslose Handlung wird entweder nicht diskutiert oder wird als verteidigender Schritt dargestellt. All dies, während sie Ihnen erzählen, dass Russland uns bedroht, während diese NATO-Kriegshetzer immer wieder zu ihren Häusern kommen.
Wer oder was hindert uns daran uns in der noch verbliebenen Freiheit eindeutig, aufrichtig und selbstbestimmt gegenseitig den Frieden, die Wahrheit und die Freundschaft als Grundlage unseres Mit-EIN-anders zu erklären und damit allen weiteren Kriegsspielen unsere Mit-WIR-kung zu entziehen?