Vorspann und Warnung: Der nachfolgende erste Beitrag im Forum generalkritik.de zum Ukraine-Problem kann Spuren von Einseitigkeit, Unausgewogenheit, Undifferenziertheit, Überzeichnung, Zugespitztheit und auch aufgestaute Wut aufweisen. Dies ist vor dem Hintergrund der einseitigen Betrachtungsweise aktueller deutscher Russland-Politik als Gegenpol durchaus gewollt.

In Deutschland muss zum “Ukraine-Thema” dringend und leider auch zugespitzt ein unmissverständliches Gegengewicht zu den Leitmedien gebildet werden. Wem es gelingt, sich nachfolgend vorrangig auf die Inhalte zu konzentrieren, wird den hier vorgenommenen Perspektivwechsel als Alternative zur ermüdenden gebetsmühlenartigen Argumentation deutscher Politiker und deutscher Leitmedien willkommen heißen. Hier im Forum generalkritik.de wird es zukünftig noch ausreichend Gelegenheit geben, die Auseinandersetzung zwischen den USA, Europa, Deutschland und Russland mit und ohne das Ukraine-Thema, sehr differenziert anzugehen. Wer Ausgewogenes zum Verhältnis Deutschland-Russland sehen und hören möchte, kann sich aktuell Frau Krone-Schmalz, die langjährige Russland-Korrespondentin, anhören. Ort: https://www.youtube.com/watch?v=333YhKG-c7s&t=3022s

Im Internet, wo die „Stimmen der Stimmlosen“ sich einen bescheidenen Platz zur Erörterung oppositioneller Sichtweisen erobert haben, werden Baerbock und Habeck zu recht mit „scharfen“ Worten wegen ihres einseitigen “Haut den Putin” attackiert. Die Grünen wissen es scheinbar nicht besser.

Das generalkritik.de-Forum hat den Anspruch möglichst viele unterschiedliche Stimmen zu sammeln und zu veröffentlichen. Alle LeserInnen können gerne über das Kontaktformular ihre Sicht der Dinge, Lob und/oder Kritik äußern. Wer möchte, bekommt in diesem Forum auch die Möglichkeit, dies unter seinem richtigen Namen zu tun.

 

Deutschland stellt die falsche Frage!

Richtig muss sie heißen: „Was will die USA an der russischen Grenze?“

Der Anmarsch auch deutscher Soldaten mit unklarer Absicht in Richtung russischer Grenze nimmt bedrohliche Züge an. Offiziell wird das als Nato-Manöver deklariert. Es ist deshalb allerhöchste Zeit einen Perspektivwechsel in der Beurteilung der Ukraine-Problematik aus deutscher Sicht einzubringen.

 Das ohnehin schon durch zahlreiche politisch-ideologische Spaltungen (Corona, Klima- und Flüchtlingspolitik, Impfpositionen u.a.) geschundene Deutschland wird nun einen weiteren, vermutlich sehr tieferen Riss bekommen. Quer durch alle Parteien, Altersgruppen, Herkünfte und Weltanschauungen wird jeder in unserem Land die Frage beantworten müssen, ob sie oder er weiterhin befürwortet, dass wir Deutschen uns in jeden von den USA angezettelten und geführten weltweiten Klein- oder Großkrieg reinziehen lassen wollen/sollen oder nicht. Die Antwort ist leider nur digitalisiert möglich: ja oder nein! Ein bisschen, z. B. Ukraine-Krieg, geht nicht. Und so hat sich Deutschland bereits weitgehend aufspalten lassen in die Fraktion der ewigen treuen Freunde der USA-Versteher – egal was sie anstellen – und die politische Gegen-Fraktion derjenigen, die die USA grundsätzlich als Inbegriff der “Arroganz von Macht und Willkür“ ansehen, als Friedensgegner oder sogar als vielfältige Kriegstreiberin. Substanzielle USA-Kritiker und -Gegner wollen sich vor allen Dingen von niemanden in der Welt vorschreiben lassen, wen sie als Feind, wirtschaftlichen Partner oder Freund anzusehen haben.

Bezüglich der Ukraine hängt die deutsche Weltsicht kopfunter. Es wäre die beste Idee sich mit ihr umzudrehen. Der in der Politik gelobte Perspektivwechsel wird oft gefordert. Bitte schön – hier bei generalkritik.de bekommen Sie ihn – sogar gratis, etwas umfangreicher und in einer Dichte, die manchen verunsichern könnte.

 Exklusiv nur hier – stringentes Perspektivwechsel-Angebot

 Nachdem in Bezug auf den Ukraine-Konflikt die sehr vereinheitlichte deutsche Leit-Medien-Landschaft nebst unserer neuen Außenministerin Baerbock genau weiß und beschreibt, was der „aggressive, undemokratische Diktator Putin“ will, herrscht absolutes Stillschweigen über die wahren Interessen der USA in dieser Region. Was will die „kriegerischste Nation in der Geschichte der Welt“ (Originalton EX-US-Präsident Jimmy Carter), die „in 242 Jahren als Nation gerade 16 Jahre ohne Krieg verbrachte“, wirklich, wenn das Militär aus den USA ausrückt und vorgibt, das 7828 km von Washington entfernt gelegene Kiew (Ukraine) vor den aggressiven Russen „retten“ zu müssen? Was wollte schon im April 2014 der Sohn des jetzigen Präsidenten, Hunter Biden, kurz nach seinem Rauswurf aus der Navy-Reserve wegen Kokain-Konsums, ausgerechnet in der Ukraine? Und das auch noch nur einen Monat nach der „Annexion“ der Krim durch Russland. Offiziell hatte Hunter Biden einen lukrativen Posten bei dem ukrainischen Gaskonzern Burisma angetreten. Was hat Joe Biden bewogen sein Amt als Vize von US-Präsident Barack Obama 2014 zu missbrauchen, um seinem drogensüchtigen Sohn, der weder eine besondere Ukraine-Expertise noch Erfahrung im Gassektor vorzuweisen hat, in die Ukraine zu entsenden? Hat der Ex-Präsident Trump mit seinem Vorwurf Recht, wenn er Joe Biden „kriminelle Machenschaften, Korruption und Amtsmissbrauch vorwirft, für die andere auf den Elektrischen Stuhl kämen?“

Generalkritik.de erspart Interessenten viele Stunden Recherchearbeit und fasst zusammen. 2010 besuchte der im Ausland noch unbekannte ukrainische Minister für Umweltschutz und Bodenschätze Slotschewskyj eine Konferenz in den USA zum Thema Schiefergasgewinnung durch „Fracking“. Kaum zu Hause erklärte Slotschewskyj im November 2010 die Ukraine plane die Gewinnung des weltweit größten Schiefergasvorkommens. Während seiner Amtszeit bis zum Jahr 2012 erteilte er u. a. seiner eigenen Firma Burisma Öl- und Gaskonzessionen. Nur zwei Jahre später überschlugen sich dann die Ereignisse. Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine ermittelt gegen Slotschewskyj. Er wurde verdächtigt seine Verbindungen zum Staat unrechtmäßig genutzt zu haben.

Am 14.4.2014 wurden in London 23 Millionen US-Dollar auf Konten Slotschewskyjs wegen des Verdachts auf kriminelles Verhalten in der Ukraine eingefroren. Ein paar Tage später flog der damalige US-Vizepräsidenten Joe Biden am 22.4.2014 persönlich in die Ukraine, um dort „aufzuräumen“. Zuerst versprach er der Ukraine umfangreiche Waffenlieferungen und einen Kredit über 1 Milliarde Dollar. Danach setzte Biden die ukrainische Führung unter Druck. Sie bekämen den Milliardenkredit nur, wenn sie den Staatsanwalt, der gegen den Besitzer der Firma Burisma ermittelte und in der Bidens Sohn in eine höhere Führungsposition gehoben werden sollte, entließen. In tagesschau.de finden wir Joe Bidens Äußerung vom 23.01.2018 bei einer Veranstaltung des “Council on Foreign Relations”: „… Ich schaute sie (die ukrainische Führungsspitze) an und sagte: Ich reise in sechs Stunden ab. Wenn der Staatsanwalt bis dahin nicht gefeuert ist, bekommt ihr das Geld nicht. Nun ja, Mistkerl. Er wurde gefeuert.“ Am 13. Mai 2014 erklärt Burisma öffentlich, dass Hunter Biden in den Vorstand berufen wurde. Man stelle sich nur einmal vor, ein deutscher Staatswalt ermittelt gegen einen amerikanischen Militärstützpunkt wegen gesetzeswidriger Kriegsbeteiligung von deutschem Boden aus. Daraufhin kommt ein Befehl aus Washington diesen Staatsanwalt auszuschalten.

Der Vorwurf gegen Joe Biden lautet, er habe die Ermittlungen gegen Burisma und damit möglicherweise gegen seinen eigenen Sohn unterdrücken wollen. Dazu habe er die Absetzung von Generalstaatsanwalt Viktor Schokin gefordert und davon die Gewährung einer Kreditgarantie in Höhe von einer Milliarde US-Dollar an die Ukraine abhängig gemacht. Sind das Beispiele für reine Hilfsbereitschaft und Menschenfreundlichkeit? Wenn sie das wären, könnten die USA auch die Kurden vor der Türkei schützen, die Rohingya vor dem burmesischen Militär, die Huthi im Jemen gegen die arabische Allianz, die Zivilbevölkerung in Tigray vor den Soldaten der äthiopischen Armee, die brasilianischen Ethnien im Amazonas gegen die Holzmafia und und und. Warum hilft die „Heilige-Samariter -USA“ nicht mit einem 100 Milliarden Hilfsfond (ca. 10 % ihres Militärhaushaltes) das Flüchtlingselend an ihrer südlichen Grenzregion zu Mexiko?

Nein, im USA-Ukraine-Konflikt geht es, will man einen wirklichen Perspektivwechsel einnehmen, um etwas ganz anderes. Der ca. 800 Milliarden Dollaretat für den Wahnsinns-Militärhaushalt, die ca. 13-fache Menge der Militärausgaben Russlands, braucht ständig Konfliktherde für eine Krisenpropaganda. Wenigstens ein Teil der USA-Bevölkerung und die Regierungsmitglieder im Weißen Haus müssen ja irgendwie „mitgenommen“ werden, um die ständige Vermehrung der Waffenproduktion halbwegs zu akzeptieren. Hierfür werden permanent Feindbilder aufgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg war das beliebteste Feindbild der USA der weltweite „Kommunismus“. Nach dem Zerfall der Union der Sozialistischen Staatengemeinschaft (UDSSR) 1989 taugte das Feindbild „Kommunismus“ nicht mehr viel. Etwas anderes musste her.

Das Feindbild „Terrorismus“ wurde aus der Taufe gehoben. Der Vorteil dieses Feindbildes ist , er kann überall in der Welt lauern und die USA dürfen dementsprechend auch im letzten Winkel der Erde vorbeugend Angriffs-Krieg führen. Und sollte dieser Terrorismusfeind unbrauchbar werden, benötigt die waffenfanatische USA ein weiteres Feindbild-Standbein. Anders können die Milliarden für neue Waffensystem auf der Erde oder im Universum nicht begründet werden. Beliebt sind zurzeit Entwicklungen von Waffensystemen, die im Homeoffice per Knopfdruck von zu Hause im Pentagon in aller Welt Vernichtung anrichten können.

Welches weitere Feindbild lässt sich national und international am verlässlichsten gut verkaufen? Die nationalistisch-diktatorischen Präsidenten Erdogan (Türkei), Bolsonaro (Brasilien) oder Modi (Indien) taugten hierfür scheinbar nicht und auch nicht die saudischen Königshäuser, die zuverlässigen Öllieferanten. So entschieden sich die Chefetagen des „freien Westens“ in Washington für Putin in Russland und Xi Jinping in China. “China ist unser Feind. Sie wollen uns zerstören”, twitterte Trump schon im Juli 2011. Und Präsident Biden erinnerte sich vermutlich an die über 100-jährige Feindschaft mit dem Land der Bolschewiki, welches jetzt Russland heißt. Und damit sind wir wieder beim Thema Ukraine als willkommenes Sprungbrett gegen Russland.

Ein tiefsitzendes Ärgernis für die USA ist der immense Widerstand der Russen, sich dem Westen weit genug zu öffnen. So kann sich das USA-Kapital die weltweit enorm begehrten Bodenschätze auf russischem Gebiet nicht unter den Nagel reißen. Gleichzeitig kämen nach mehr Öffnung 144 Millionen neue russische Kunden für den amerikanischen Markt hinzu. Der amerikanische Geheimdienst CIA könnte über Firmenkonsortien in Russland leichter spionieren, regierungsfeindliche Bewegungen unterstützen und einem amerikafreundlichen politischen System zum Sieg verhelfen. Noch weitergedacht in unserem Perspektivwechsel-Gedankengang wären die USA dann auch erstmalig in der Lage ihre weltweiten Militärstützpunkte auf Russland auszuweiten, dort, wie in Deutschland, Atombomben zu platzieren und das feindlich China einzukreisen. Netter Beifang: so ganz nebenbei wäre dann auch gleich noch Nordkorea eingekesselt.

Zur Realisierung dieses Weltmacht-Erweiterung-Traumes muss die USA ihr Militär immer näher an die russische Grenze schieben. Das lässt sich am geschicktesten realisieren, wenn die USA dort einen Konflikt ausmacht, der sich „internationalisieren“ lässt. Ab diesem Moment existieren dann an dieser geografischen Stelle nicht mehr bilaterale Probleme zwischen Nachbarländern, sondern ein ökonomisch-militärisch-ideologischer West-Ost-Konflikt. Und für solche Fälle hat sich die USA schon frühzeitig und sehr weitschauend eine Militärkooperative gegründet. Der USA liebstes Militär-Kind seit 1949 heißt Nato. Diese USA-Nato-Konstruktion würde es jeder Zeit der USA ermöglichen via Europa in den „kommunistischen“ Osten zu intervenieren. Hierfür war auch die Nato-Besetzung der Meerenge zwischen dem Schwarzen- und dem Mittelmeer notwendig. Kurzerhand wurde die nichteuropäische, vorderasiatische Türkei 1952 mit in das Nato-Boot geholt. Es ist klar: Für den eigenen Schutz gegenüber Mexiko im Süden und Kanada im Norden benötigte die USA kein Militärbündnis.

Die Nato, so ist oft genug der Eindruck, ist ein raffiniert ausgedachtes Gebilde, um die Welt-Machtgelüste der USA, den sog. USA-Imperialismus, zu kaschieren. Auf USA-Pfiff kommen Deutschland und die anderen Nato-Satelliten zusammen und beschließen, was dem jeweiligen Präsidenten der USA so gerade einfällt. Zurzeit pfeift die USA ihre Nato in Richtung Russland und alle Nato-Partner haben gefälligst bei Fuß mitzumarschieren. Die Ziele sind klar: die Baltischen Ostsee-Staaten raketentechnisch aufzurüsten, Belarus zu destabilisieren, Polen und Rumänien mit Raketen und amerikanischen Soldaten auszustaffieren und die Ukraine zum Nato-Stützpunkt auszubauen. Entlang der russischen Grenze soll ein eindrucksvolles amerikanisches Raketenarsenal aufgestellt werden. Gaslieferungen aus Russland nach Europa sollen verhindert und stattdessen das mittels giftiger Chemikalien gewonnene Schiefergas aus den USA nach Deutschland importiert werden.

Wird Deutschlands Sicherheit jetzt in der Ukraine und nicht am Hindukusch verteidigt?

 Wir sind gespannt, ob diese Parole bald die Runde macht. Kommen wir jetzt zur Rolle Deutschlands. Das offizielle Deutschland, die Regierung, ein Großteil der Parlamentarier, die meisten Parteien, die TalkmasterInnen, die bürgerlichen Medien usw. sind sich zumindest bei den Themen „Transatlantisches Bündnis“, Militärbündnis, Nato-Mitgliedschaft, sehr einig. Wenn es sich wie im Fall Afghanistan nicht umgehen lässt, ist bescheidene Kritik an den USA-Waffennarren zugelassen. Aber die USA gesteuerte Nato steht jenseits aller Kritik, kommt in ihrer Heiligkeit noch vor dem Papst.

Kleiner Gedankensprung: Hätte der (Grüne) Habeck sich wahlkampftaktisch 2021 mit Soldatenausrüstung schützend vor einem Dorf mit kurdischer Bevölkerung postiert und mehr Waffen zum Schutz der Kurden gefordert, säße er jetzt in einem der türkischen Foltergefängnisse für Terroristen. Und noch ein Gedankensprung: Würde Putin statt Erdogan Flüchtlinge daran hindern in die EU zu fliehen, gäbe es womöglich keinen Ukraine-Konflikt. Aber zurück zu den Fakten.

Für uns Deutsche ist es allerhöchste Zeit, sich konzentriert, schnell und umfassend mit diesem außenpolitischen Konfliktpotenzial zwischen den USA und Russland, mit dem die deutsche Regierungspolitik von ihrem Afghanistan-Desaster perfekt ablenken kann, zu beschäftigen. Wir warten nur noch auf eine der geistreichen Parolen von Regierungsverantwortlichen mit ungefährem Wortlaut: „Deutschlands Sicherheit wird in der Ukraine verteidigt“. Der neuen unerfahrenen deutschen Außenministerin, Frau Baerbock (Die Grünen), traue ich so einen Slogan durchaus zu. Warum? Weil nicht nur ihr Partei-Kollege und neuer Wirtschaftsminister Habeck sich 2021 in der Ukraine mit einem Stahlhelm hat abbilden lassen, sondern weil viele Anzeichen darauf hindeuten, dass sich unverändert auch die neue Regierungspolitik ferngesteuert ihre militärischen, neben den wirtschaftlichen, ideologischen und politischen, Anweisungen aus den USA holen wird.

Es ist eine Schande, dass so ein Vertreter der Grünen wie Habeck einen Ministerposten erhält. Nur wenige Tage nach seinem martialischen Auftreten in der Ukraine und der Forderung, mehr Waffen an die Ukraine zu liefern, gedachten die vom Zweiten Weltkrieg betroffenen Menschen der ehemaligen UdSSR am 17.06.2021 in Moskau des Überfalls der Deutschen auf die Sowjetunion vor genau 80 Jahren. Die höchsten Verluste musste die Sowjetunion verkraften: Rund zehn Millionen Soldaten der Roten Armee wurden getötet oder starben in Kriegsgefangenschaft. Insgesamt verloren mindestens 24 Millionen sowjetische Bürger ihr Leben – bedingt durch den Wahn des nationalsozialistischen Deutschlands. Statt also als Vertreter Deutschlands auf dieser Gedenkveranstaltung um Verzeihung für die Gräueltaten der Deutschen zu bitten, bereitet Habeck fast zeitgleich symbolisch für das heutige Deutschland ein neues aggressives Bedrohungsszenario gegen Russland vor. Nicht lange vor ihm ging ebenso symbolträchtig wie weltweit durch die Medien die Ankunft deutscher Soldaten vor der russischen Grenze im schwarzen Meer. Wenn also sich deutsche Soldaten erstmals nach 1945 wieder die deutsche Nationalhymne trällernd auf einem amerikanischen Kriegsschiff an der russischen Grenze in Pose bringen und ein Habeck sich mit einem Stahlhelm posierend in der Ukraine Putin erschrecken will, ist es allerhöchste Zeit, dass ein Aufschrei durch Deutschland geht.

 Nie wieder darf durch Deutschlands Politik ein Krieg ausgehen!!

Das amerikanische Militär darf man niemals aus den Augen lassen. Zu häufig haben sie aus nichtigem Anlass Kriege begonnen. Die von den USA in Sheriffmanier festgelegten Feinde müssen befürchten bombardiert zu werden. Die von den USA festgelegten Freunde müssen befürchten, dass sie zweckdienlich im Eigeninteresse der USA instrumentalisiert werden. Freunde der USA mögen es nicht mehr hören, aber die USA sind nun mal „die kriegerischste Nation in der Geschichte der Welt“([1]). Von ihren 242 Jahren als Nation hat die USA lediglich 16 Jahre ohne Krieg verbracht. Das ist nicht die Meinung des Generalkritikers hier, sondern wortwörtlich vom früheren US-Präsidenten Jimmy Carter mit Durchblick geäußert worden.

Ohne die geschichtlichen Fakten und Prozesse der Eingebundenheit des USA-Militärs, der USA-Rüstungsindustrie, der US-Präsidenten als Oberste Feldherren, des unbegrenzten und unbedingten Willens zur ökomischen, ideologischen und politischen Vormachtstellung und Machtausweitung kann auch das neuste USA-Mosaiksteinchen Ukraine nicht angemessen beurteilt werden. Die Einbildungen der Politikentscheider in den USA seit 1945 sich weltweit rücksichtslos in alle Angelegenheiten einmischen zu müssen, bringt die gesamte Welt immer wieder in die Position sich für oder gegen „Amerika“, gemeint ist die USA, entscheiden zu müssen. Ein Land wie die USA, mit dieser Kriegsgeschichte als Markenzeichen, muss es sich gefallen lassen, heute als größte Gefahr für den Weltfrieden gesehen zu werden. Wer nur die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg betrachtet, kann erkennen, wie die USA in dieser Zeit begannen ihren ureigenen Krieg gegen die Welt – ihren „Dritten langgezogenen Weltkrieg“-, auf nahezu allen Kontinenten zu führen. Mit dem Abwurf der ersten Atombomben auf die japanische Zivilbevölkerung 1945 begann diese Phase ihres „Weltkriegs“. Sie setzte sich fort mit Kriegen in Korea 1950, Vietnam 1964, Afghanistan 2001, Irak 2003, Syrien 2014, Libyen 2011 und unzähligen weiteren.

„Dwight Eisenhower, der im Zweiten Weltkrieg als General die US-Streitkräfte in Europa gegen Hitler angeführt hatte und 1953 als Präsident ins Weiße Haus einzog, kannte sowohl das Militär als auch die Politik und die Rüstungsindustrie aus erster Hand. Als Insider warnte er in seiner Abschiedsrede vor dem sog. „militärisch-industriellen Komplex“. Eisenhower meinte damit das enge Geflecht zwischen Rüstungsindustrie, Geheimdiensten, Pentagon, Lobbys, Medien und Politik. Die Rüstungsindustrie werde stets versuchen, die Politik zu beeinflussen, um Rüstungsaufträge zu erhalten.“ Auszug aus dem sehr zu empfehlenden Buch „Imperium USA- Die skrupellose Weltmacht“. Dieses oben genannte „Kriegsgeflecht“ in den USA ist bis heute ins unermessliche ausgeweitet worden und die Kritik daran hat bis heute Gültigkeit.

Wem dieser Betrachtungswinkel zum USA-Russlandkonflikt auf dem Gebiet der Ukraine zu monokausal, auf nur eine Ursache zurückgehend, vorkommt, kann dies hier gerne vorbringen. Unterschiedliche Einschätzungen und Kritik kann hier im Forum generalkritik.de veröffentlich werden. Etwas längere Gastbeiträge oder kürzere Kommentare, die mannigfaltige Sichtweisen enthalten, sind herzlich willkommen. Wem nach dem Versuch eines Perspektivwechsels danach ist, wieder zur Quizfrage „Was will Putin?“ zurückkehren möchte, muss sich wieder auf das Niveau der USA-hörigen Tagespresse begeben.

Abschließend noch ein Kommentarbeitrag zur Lösung des Ukraine-Problems von A. Hacker im Web-Magazin:

Auch hier liegt die Lösung auf der Hand – Russland, die Ukraine und der Westen geben sich gegenseitige Sicherheitsgarantien. Die Ukraine verpflichtet sich neutral zu bleiben und die Belange der russischstämmigen Mehrheitsbevölkerung in der Ostukraine und auch der sonstigen russische Minderheiten angemessen zu berücksichtigen (gewisse Autonomie in Ostukraine). Die Krim bleibt russisch oder erhält zumindest einen Sonderstatus, der zum einen der dort lebenden Bevölkerung (überwiegend russischstämmig) und zum anderen den auch historisch begründbaren Sicherheitsinteressen Russlands gerecht wird. #336 | 19. Dezember 2021

[1] https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/USA-riskieren-Kuba-Krise-mit-EU/Jimmy-Carter-die-USA-sind-die-kriegerischste-Nation-der-Weltgeschichte/posting-34363321/show/

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