Generalkritik.de hat aktuell die Marke von 100 000 Besuchern erreicht.
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100 000 Leser haben generalkritik.de aufgerufen – und kein Widerspruch
Eine kritische Bestandsaufnahme jenseits der Klickzahlen und verhaltenem Jubel.
100.000 Besucher in vier Jahren sind kein Misserfolg, aber auch kein Beweis für eine lebendige Debattenkultur. Gelesen wird viel, geantwortet kaum – das ist der eigentliche Befund dieser Seite. Gastbeiträge blieben die Ausnahme, Kommentare die Randerscheinung.
Generalkritik.de sollte eine Diskussionsplattform sein und wurde faktisch zu einer Autorenplattform. Vermutlich nicht, weil Argumente fehlten, sondern weil öffentliche Meinungsäußerung heute als Risiko empfunden wird.
Reaktionen gibt es überwiegend dort im Internet, wo Likes nichts kosten und politische Gruppen Rückendeckung geben. Diese Seite hier zeigt damit weniger das Scheitern eines Projekts als den Zustand öffentlicher Debatte in Deutschland.
Lesen ist geblieben – Widerspruch ist selten geworden.
Programmatische Erklärung: Wie es weitergeht
Auf der Basis dieser Erfahrungen wird Generalkritik.de nicht mehr vorgeben, als sei Debatte planbar oder erzwingbar. Die Seite bleibt ein Ort zugespitzter Analyse, nicht der Simulation von Diskurs. Das meint: Es wird so getan, als würde diskutiert, obwohl Meinungen längst feststehen.
Kommentare sind auch zukünftig möglich, aber nicht mehr Ziel oder Maßstab. Gastbeiträge erscheinen künftig nur noch kuratiert und auf Einladung.
Der Fokus liegt auf klaren Thesen, nachvollziehbaren Begründungen und unbequemen Schlussfolgerungen. Wer hier liest, konsumiert keine Meinung, sondern wird mit einer konfrontiert.
Ob darauf reagiert wird, ist keine Frage der Technik, sondern der Zeit, der Lust am Widersprechen – und des Mutes.
Ironisch betrachtet hätte man bei 80 Millionen Einwohnern etwas mehr Lust am Widerspruch erwarten können. Aber die deutsche Debattenkultur hat sich auch hier nicht gerade aufgedrängt.
Generalkritik.de bleibt – nicht als Marktplatz der Eitelkeiten, sondern als Archiv der Widersprüche.