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Hier der link zum Original-Beitrag:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=91955

 

Zeitenwende-Rede ist ein Musterbeispiel westlicher Propaganda-Reden

Auszug und Originaltext von der kritischen Website: NachDenkSeiten vom 26.12.22 zum Thema Zeitenwende.

 „Der erste Satz lautet: „Der 24. Februar 2022 markiert eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents.“ Weiter unten heißt es: „Wir erleben eine Zeitenwende. Und das bedeutet: Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor.“ Der erste Satz sagt nicht viel. Das Zweite ist eine Zumutung. Der erste Satz sagt immerhin, dass mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vom 24. Februar etwas grundsätzlich Neues geschehen ist. Der Begriff ist nicht eingeführt worden – so kann man am Text schnell erkennen – um die Politik der Verständigung und Entspannung neu aufzulegen. Im Gegenteil und das scheint der eigentliche Grund für die Einführung dieses sonderbaren Begriffs zu sein: Scholz will klarmachen, dass alle früheren Friedensparteien, also seine SPD, die Grünen und die FDP, bitte sehr alles vergessen sollen, was sie aus der Zeit der Entspannungspolitik gelernt haben.

 Was wir in der Zeitenwende-Rede lesen und uns merken können/sollen:

  •  Wir haben wieder einen Feind. Und wir malen kräftig am Feindbild.
  • Russland führt einen Angriffskrieg. – Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass die Wortwahl von Scholz – also nicht allein Krieg zu sagen, sondern Angriffskrieg – inzwischen auch von den meisten Journalisten und Politikerinnen und Politikern übernommen worden ist? Mit der Wortkombination soll offensichtlich verstärkt werden, dass Russland schuld ist am Krieg. Damit soll zugleich auch die Erinnerung an lange Jahre der Artillerieangriffe auf die Ostukraine durch die ukrainische Armee seit 2014 vergessen gemacht werden.
  • Die starke und wiederholte Personalisierung fällt auf. „Der Krieg ist Putins Krieg“. Putin. Putin. Putin. Kaltblütig. Vom Zaun gebrochen. Putins Unterdrückungsregime. Die neue Skrupellosigkeit Putins. Scholz hat die Debatte damit in mehrerer Hinsicht geprägt: Personalisierung des Konflikts auf Putin.
  • Wenn man diese Zuschreibungen für den russischen Präsidenten liest, dann fragt man sich, ob und wie der deutsche Bundeskanzler überhaupt noch mit diesem Präsidenten reden können will. Sich Vertragen ist damit wahrscheinlich als eine Option des Umgangs miteinander zu vergessen.
  • Die Skrupellosigkeit, mit der Vertrauen zerstört wird, ist beachtlich. Wir bilden nicht Vertrauen auf, sondern ab.
  • Aufrüstung statt Abrüstung. Das war übrigens mit den 2 Prozent plus für Rüstungsgüter schon vor dem „Angriffskrieg“ beschlossene Sache.
  • Wir liefern Waffen. Ein wirklicher Bruch unserer bisherigen Politik und des Grundgesetzes. Das könnte man eine Zeitenwende nennen. Wahrscheinlich ist mit dem Begriff auch genau das gemeint. So sehen es jedenfalls die Rüstungsindustrie und die US-Rüstungslieferanten.
  • Ganz wichtig: Wie ein roter Faden zieht sich durch die Rede das Gefühl: „Wir sind die Guten“.
  • h. zugleich: Schwamm drüber über die Kriege des Westens und insbesondere der USA, Schwamm drüber über die Millionen toten, verkrüppelten und vertriebenen Menschen. Bitte beachten: Weder beim Afghanistan-Krieg, noch beim Irakkrieg von 1990, weder beim nächsten Irakkrieg noch beim Libyen-Krieg, weder bei der militärischen Intervention in Syrien noch jener in Afrika war von Zeitenwende die Rede. Die Kriege des Westens sind tabu. Ja, sie werden mit dem Etikett Zeitenwende für den Krieg Russlands gegen die Ukraine de facto außerhalb der Betrachtung gestellt.

 Die Rede des deutschen Bundeskanzlers ist ein Musterbeispiel für eine westliche Propagandarede. Er hat an alles gedacht. Genauer muss man wohl sagen: Die Ghostwriter welcher Herkunft auch immer haben an alles gedacht. Es wäre interessant, zu erfahren, wie diese Rede entstanden ist. Auf dem Hintergrund meiner Erfahrungen als Redenschreiber und als Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Rede zwischen dem Datum der militärischen Intervention, also dem 24. Februar, und dem 27. Februar, also konkret am 25. und 26. Februar, entstanden sein soll. Diese Rede war höchstwahrscheinlich vorbereitet und/oder sie kommt teilweise aus anderen Quellen.“  Zitat-Ende.

Eine Antwort

  1. Diesen Artikel werde ich nicht weiterempfehlen, da er einige Aussagen beinhaltet, denen ich nicht zustimmen kann.
    Insbesondere der Kritik am Bundeskanzler kann ich nicht zustimmen, weil ich bei seinen Telefonaten und Besuchen bei Putin nicht anwesend war.
    Ich weiß also nicht, ob seine Schlussfolgerung richtig oder falsch ist oder zu seiner Diplomatie gehört.

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