Mit freundlicher Genehmigung eines Facebook-Mitglieds.
Venezuela wird hierzulande immer noch beschrieben, als wäre das Jahr 2018 stehen geblieben: totaler Kollaps, Chaos, alle gegen Maduro, kurz vor dem Aufstand.
Das Problem: Dieses Bild ist bequem – aber nicht mehr vollständig wahr.
Ja, Venezuela hatte zwischen 2014 und 2019 einen wirtschaftlichen Absturz, der brutal war. Ja, es gibt massive Probleme, Korruption, Autoritarismus, Armut.
Aber nein: Das Land befindet sich aktuell nicht im permanenten Zusammenbruch.
Stromversorgung ist stabiler. Benzin ist verfügbar und billig. Teile der Industrie laufen wieder. Es gibt wieder ausländische Investitionen.
Und etwas, das gern unterschlagen wird: Die Sicherheitslage – vor allem in Caracas – hat sich drastisch verbessert. Mordraten, die früher bei Dutzenden pro Tag lagen, sind massiv gesunken.
Warum liest man das kaum?
Weil ein Venezuela, das sich langsam stabilisiert, politisch stört.
Ein Land, das nicht „kippt“, rechtfertigt weder Sanktionen noch Eskalation noch moralische Überlegenheit.
Das heißt nicht, dass dort alles gut ist.
Es heißt nur: Die Realität ist komplizierter als das westliche Dauer-Narrativ vom „failed state“.
Wer Venezuela weiterhin ausschließlich als hoffnungsloses Trümmerfeld beschreibt, analysiert nicht – er funktionalisiert.
Nicht für die Menschen dort, sondern für politische Zwecke hier.
Man sollte wenigstens ehrlich genug sein, das zuzugeben.