Diese 30 Minuten mit Prof. Sachs (aus USA-Munde) sind vermutlich die best investierte Zeit, um die wahren Macht- und Interessenlagen des gesamten Ukrainekriegs zu begreifen – jenseits der täglichen Propagandarausche. Wer hier nicht bis zum Ende zuhört, verzichtet bewusst auf mehr Verstehen.
Mit einem erheblichen Zeitaufwand ist hier der gesamte Text des Interviews erstellt worden und auch nachzulesen.
Mit dieser schonungslos klaren Analyse – und der eindringlichen Warnung vor den Folgen, falls dieses Treffen scheitert – wird auf generalkritik.de der Krieg der USA gegen Russland, ausgetragen auf ukrainischem Boden, nicht länger künstlich hochgekocht. Es ist (fast) alles Wesentliche gesagt – nur ignorieren darf man es nicht
Gespräch zwischen Prof. Glenn Diesen und Prof. Jeffrey Sachs
Diesen: Hallo zusammen und herzlich willkommen zurück. Heute ist Jeffrey Sachs bei uns, um über das bevorstehende Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska zu sprechen. Ich war von allem rund um dieses Treffen etwas überrascht – dass es überhaupt stattfinden würde, wie kurzfristig es angesetzt wurde und auch, dass es ausgerechnet in Alaska stattfindet. Am meisten überrascht mich jedoch, dass Trump seine Ideen nicht immer angemessen kommuniziert. Tatsächlich hat er früher die NATO für den Krieg verantwortlich gemacht. In den letzten Monaten hat er den Konflikt jedoch als Ukraine-Russland-Konflikt dargestellt, bei dem er als Vermittler auftritt. Und erst letzte Woche hat er Russland damit gedroht, diese bedingungslose Waffenruhe zu akzeptieren, die das Thema der Wiederherstellung der ukrainischen Neutralität gar nicht anspricht. Und jetzt gibt es ein Treffen in Alaska. Mich würde interessieren, wie du diese Entwicklungen einschätzt.
Sachs: Nun, ich denke, Sie haben es genau richtig gesagt. Es herrscht viel Verwirrung bei uns, wenn wir versuchen, das zu verstehen. Trump hält keine Reden, um seinen Standpunkt zu erklären. Die Regierung veröffentlicht keine Dokumente, um die offiziellen Richtlinien zu erläutern, falls es solche überhaupt gibt. Truth Social ist kein Ersatz dafür. Es ist ein chaotisches Umfeld, in dem Trump spontan widersprüchliche, kurze, mehrdeutige, bedeutungslose oder falsche Botschaften verbreitet. Die Wahrheit ist also, dass wir derzeit eine allgemeine Inkohärenz in der amerikanischen Politik sehen. Laut einigen Menschen spiegelt das eine Taktik von Trump wider. Meiner persönlichen Meinung nach spiegelt es seine Persönlichkeit wider, die außergewöhnlich kurzfristig denkt und nicht auf detailliertem Wissen basiert. Er sagt, dass er Entscheidungen aus dem Bauch heraus trifft. Das ist keine besonders gute Art, die Welt zu regieren. Meiner Ansicht nach ist das äußerst gefährlich. Um die Frage also kurz zu beantworten: Ich glaube nicht, dass wir dieses Treffen wirklich verstehen. Ich habe es nicht erwartet. Diplomatie fand zumindest für viele, viele Wochen nicht an der Oberfläche statt. Plötzlich gibt es diesen Besuch von Witkoff in Moskau. Als Nächstes wird ein eilig anberaumtes Treffen angekündigt. Der Veranstaltungsort war bis vor ein paar Tagen unklar. Dann wurde entschieden, dass es in Alaska stattfinden wird. Wie üblich gibt es ein Stimmengewirr und widersprüchliche Botschaften und Behauptungen, die in den sozialen Medien und den Massenmedien kursieren. Europa und Selenskyj stellen ihre Forderungen. Es kursieren Gerüchte darüber, wer welche Zugeständnisse gemacht hat, wer worauf eingegangen ist. Das alles ist äußerst unbefriedigend, schlecht gemanagt, kindisch und, wie ich sagen würde, gefährlich. Vielleicht ergibt sich daraus etwas Gutes, aber der Prozess ist aus der Sicht einer Welt mit atomar bewaffneten Nationen, die sich gegenseitig an die Kehle gehen, einfach nicht akzeptabel. Das ist, denke ich, die grundlegende Situation, die wir vermuten können. Wir könnten Empfehlungen geben, was getan werden sollte, aber zu versuchen, zu erraten, was Trump tut, ist sehr, sehr schwierig.
Weiterlesen: Besser lesbar ist das ganze Interview auf generalkritik.de unter Archive – Ergänzungen zu finden….
2 Antworten
Habe ich bei Wagenknecht gefunden:
Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit? Trumps Rohstoffdeal zeigt, worum es dem „Wertewesten“ beim Stellvertreterkrieg in der Ukraine in Wahrheit von Anfang an ging: die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der USA. Nachdem der Plan Washingtons nicht aufgegangen ist, Russland durch eine Verlängerung des Kriegs in der Ukraine strategisch zu schwächen, sieht die Trump-Regierung nun eine günstige Gelegenheit, Profit aus einem Friedensschluss zu schlagen und sich die US-Militärhilfen mit einem lukrativen Rohstoffdeal vergelten zu lassen. Es ist das große Versagen Europas, nicht selbst diplomatisch aktiv geworden zu sein und jetzt die Zeche für einen verlorenen Stellvertreterkrieg zu zahlen. Denn während Trump seine Schäfchen ins Trockene bringt, wird Europa zum Zahlmeister degradiert. Weitere Waffenlieferungen, Wiederaufbau und ein möglicher EU-Beitritt der Ukraine – dieses Hunderte-Milliardengrab sollen die europäischen Steuerzahler füllen, während US-Unternehmen ihren Reibach machen. Ich finde: So darf es nicht weitergehen! Wir brauchen endlich eine souveräne deutsche und europäische Politik, die sich an unseren eigenen Interessen orientiert. Und wir brauchen Politiker, die sich nicht länger von Washington am Nasenring durch die Manege ziehen lassen!
Generalkritiker, wozu sollte ein Treffen denn dienen? Trump will Russlands Ressourcen, er will das größte Land der Erde um seine USA zu erweitern dann verbindet er West Europa noch zu einem Ringland und wenn GB motzt, wird es versenkt, dann nimmt er sich China und Indien vor, Afrika und Süd Amerika und das Imperium steht mit ihm als Imperator. Ihr alle unterschätzt Russland, BRICS und den Willen der Welt zum Frieden und deswegen wird der Kapitalismus der Zionisten zu Grunde gehen!