Lass dieses kleine Reel, dass ich bei „Tiefseele“* gefunden habe, ruhig hin und wieder auf dich wirken. Nicht als Lebensflucht, nicht als Kalenderspruch-Opium, sondern als kleine Erinnerung: Man muss nicht immer sofort antworten. Manchmal genügt es, nicht mitzubrüllen.
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„Lass die Menschen dich verlieren
lass sie dich missverstehen
lass sie ihre eigenen Geschichten erschaffen
beeile dich nicht, alles richtigzustellen
lass die Zeit antworten auf das, was du nie erklären musstest,
jede Wahrheit offenbart sich, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.“
Anmerkung:
„Lass die Menschen dich verlieren“ heißt für mich nicht: Menschen verachten oder Beziehungen leichtfertig wegwerfen. Es heißt: nicht dauernd um Anerkennung betteln, nicht jede Fremddeutung panisch reparieren, nicht jedes Etikett sofort vom eigenen Hemd kratzen.
Wer bleiben will, bleibt nicht wegen perfekter Erklärungen, sondern weil er zuhören kann. Und wer gehen will, findet ohnehin einen Grund.
Erst durch ein paar begleitende Sätze erhält dieses kleine Reel für mich etwas mehr Biss und kritische Bedeutung. Für sich allein genommen rückt es sonst leicht in die Nähe von Religions-Prosa, Psychologen-Mantra oder jener weichen Internet-Seelentröstung, die zwar angenehm klingt, aber selten weh tut.
Interessant wird der Gedanke erst dort, wo er aus der privaten Seelenpflege herausgeholt und auf den öffentlichen Meinungskampf angewandt wird: auf Menschen, die durch mediale Dauererregung, politische Lagerbildung und moralische Schnellurteile einander verlieren, bevor sie einander überhaupt noch zuhören.
Appell: Offen und ehrlich und respektvoll miteinander reden!
Es muss nicht 100 % A oder 100 % B sein. Wie wäre es mit verschiedenen Meinungen zu komplexen Themen und einem respektvollen Miteinander?
Sergen Gül
Ein Kommentar
Das ist nicht zu Ende gedacht. Aber die Psychologie lebt auch in einer ganz anderen Welt.
Indoktriniert vom System.
Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir alle brauchen uns gegenseitig um gesehen zu werden Zugehörigkeit zu fühlen Teil der Gesellschaft zu sein.
Niemand will allein sein. Dafür sind wir nicht gemacht.