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Lass dieses kleine Reel, dass ich bei „Tiefseele“* gefunden habe, ruhig hin und wieder auf dich wirken. Nicht als Lebensflucht, nicht als Kalenderspruch-Opium, sondern als kleine Erinnerung: Man muss nicht immer sofort antworten. Manchmal genügt es, nicht mitzubrüllen.

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„Lass die Menschen dich verlieren
lass sie dich missverstehen
lass sie ihre eigenen Geschichten erschaffen
beeile dich nicht, alles richtigzustellen
lass die Zeit antworten auf das, was du nie erklären musstest,
jede Wahrheit offenbart sich, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.“

 

Anmerkung:

„Lass die Menschen dich verlieren“ heißt für mich nicht: Menschen verachten oder Beziehungen leichtfertig wegwerfen. Es heißt: nicht dauernd um Anerkennung betteln, nicht jede Fremddeutung panisch reparieren, nicht jedes Etikett sofort vom eigenen Hemd kratzen.

Wer bleiben will, bleibt nicht wegen perfekter Erklärungen, sondern weil er zuhören kann. Und wer gehen will, findet ohnehin einen Grund.

Erst durch ein paar begleitende Sätze erhält dieses kleine Reel für mich etwas mehr Biss und kritische Bedeutung. Für sich allein genommen rückt es sonst leicht in die Nähe von Religions-Prosa, Psychologen-Mantra oder jener weichen Internet-Seelentröstung, die zwar angenehm klingt, aber selten weh tut.

Interessant wird der Gedanke erst dort, wo er aus der privaten Seelenpflege herausgeholt und auf den öffentlichen Meinungskampf angewandt wird: auf Menschen, die durch mediale Dauererregung, politische Lagerbildung und moralische Schnellurteile einander verlieren, bevor sie einander überhaupt noch zuhören.

 

 

Werde kein Erklär-Sklave jedes Missverständnisses*

*und jeder Fehlinterpretation

Für die Entspannung auch auf Generalkritik – kleine Empfehlung

Nach ein paar Jahren Studium der „Sozial-Media-Anstalten“ von Facebook, YouTube, WhatsApp usw. möchte ich eine kleine Empfehlung geben. Hallo Internetgemeinde, die ihr hin- und hergerissen von den unzähligen Darstellungen der Welt Gefahr läuft, euch selbst oder Freunde zu verlieren: Baut euch ein kleines „Komm-zur-Ruhe-Polster“ auf – entspannt euch. Man muss nicht alles kommentieren und nicht jede erkannte Verdrehung sofort korrigieren. Man muss nicht jedem Missverständnis hinterherlaufen wie einem entlaufenen Hund. Manchmal ist es klüger, stehenzubleiben, durchzuatmen und die Zeit arbeiten zu lassen.

Auch Generalkritik lebt sicher nicht davon, von allen täglich rund 100 Besuchern sofort richtig verstanden zu werden. Wer gegen gängige Erzählungen anschreibt, wird regelmäßig falsch einsortiert. Das gehört zum Geschäft. Die einen suchen eine Schublade, die anderen suchen ein Argument. Mir sind die zweiten lieber.

Denn wer öffentlich widerspricht, wer Mehrheitsstimmungen nicht brav nachbetet, wird schnell missverstanden, einsortiert, etikettiert. Mal ist man angeblich „rechts“, mal „links“, mal „Putinversteher“, mal „Systemling“, mal „Nestbeschmutzer“. Die bequeme Schublade ist oft schneller als der Gedanke.

Ohne begleitende Einordnung wäre dieses Kurz-Video nur ein weiterer hübscher Sinnspruch aus der Abteilung Kerze, Seele, Selbstfindung. Nett, aber harmlos. Erst durch den Zusammenhang mit Generalkritik bekommt es Biss: Es geht dann nicht mehr nur darum, private Missverständnisse auszuhalten, sondern auch darum, öffentliche Etikettierungen, mediale Schubladen und politische Fehlurteile nicht sofort panisch wegzuerklären.

Manchmal muss man eben aushalten, dass andere aus einem Menschen zuerst eine Geschichte machen, bevor sie sich überhaupt die Mühe machen, ihn zu verstehen.

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