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Der Bundestag spielt Demokratie

Ein großartiger Künstler demontiert den Schein-Parlamentarismus

Aus Facebook gefischt: https://www.facebook.com/reel/2349419395589342

Wortlaut:

Wetterbericht mit Regierungskrise

Herr Präsident, Hohes Haus, meine Damen und Herren! Der Bundeskanzler hat in seinem letzten Wetterbericht zur Lage der Nation davon gesprochen, dass der Winter vor der Tür steht. Ja, da muss ich Sie doch fragen: Wer hat denn bereits vor Monaten, wer hat denn schon im Sommer darauf hingewiesen, dass diese Tage kürzer werden, falls diese Regierung nicht unverzüglich etwas unternimmt? Aber sie hat ja nichts unternommen! Wer hat denn vor dem gewarnt, was nun eingetreten ist?

Totalverlust des deutschen Blattbestandes

Gehen Sie doch mal hinaus! Schauen Sie sich doch draußen im Lande um! Schauen Sie doch mal unsere Bäume an! Ja, wo sind denn die Blätter? Ja, wo sind sie denn? Wir haben den Verlust des gesamten deutschen Blattbestandes zu beklagen! Ach, erzählen Sie mir doch nichts von Tatsachen, meine Damen und Herren – das sind doch Fakten! Ich wiederhole hier unsere Anfrage vom 18. August dieses Jahres: Wann wird die Bundesrepublik endlich überdacht? Sollen Milliardenwerte wie das Kongresszentrum oder der Kölner Dom weiterhin ungeschützt im Freien herumstehen?

Schon in der Eiszeit hat die Regierung versagt!

Wie lange noch will diese Regierung untätig mit ansehen, wie deutsche Häuser, deutsche Straßen und deutsche Menschen von oben nass gemacht werden? Ja, ja, ich höre Sie wieder sagen: „Wer wird denn gleich mit Regen rechnen? Hauptsache, wir haben Niederschläge.“ Aber das ist doch die Einstellung! Ach, hören Sie doch auf! Diese Einstellung haben wir doch nicht erst seit heute. Zum Beispiel in der letzten Eiszeit, meine Damen und Herren: Wo waren Sie denn da? Wo waren Sie denn da? Ja, ich dulde jetzt hier keine Zwischenfragen! Lassen Sie mich meinen Gedanken zu Ende bringen. Wo waren Sie denn da? Ist doch wahr!

 

Die CDU-SPD-Rollen wechseln – das Schauspiel bleibt

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Otto Waalkes übertreibt – aber nur ein wenig.

Seine absurde Rede über den Verlust des deutschen Blattbestandes, schutzlos herumstehende Gebäude und das Versagen der Regierung während der letzten Eiszeit wirkt wie eine Karikatur parlamentarischer Debatten. Das Lächerliche entsteht nicht aus einer völlig fremden Fantasiewelt, sondern aus der verblüffend genauen Nachahmung politischer Rituale: dramatisieren, empören, dazwischenrufen und anschließend so tun, als sei damit bereits etwas geklärt.

CDU und SPD fast 80zig Jahre  – die Rollen wechseln – das Schauspiel bleibt

Besonders unglaubwürdig wird dieses Schauspiel, wenn CDU und SPD regelmäßig zwischen Regierung und Opposition wechseln. Was gestern aus der Opposition heraus als verantwortungsloses Regierungsversagen angeprangert wurde, gilt nach dem nächsten Machtwechsel plötzlich als unvermeidliche Sachpolitik. Umgekehrt entdeckt die abgewählte Regierungspartei unvermittelt ihre Leidenschaft für Kontrolle, Transparenz und parlamentarische Aufklärung. Die Rollen wechseln – das Stück bleibt weitgehend dasselbe.

AfD unterbricht den Parlamentarismus als politisches CDU-SPD-Berufstheater

Mit dem Einzug der AfD hat sich der Ton erheblich verschärft. Sie benennt manche Widersprüche deutlicher, die zuvor im routinierten Wechselspiel der etablierten Parteien weichgespült wurden. Doch auch sie beherrscht die Kunst der kalkulierten Empörung und theatralischen Zuspitzung. Entscheidend ist daher nicht, wer am lautesten ruft, sondern wer belastbare Argumente liefert und bereit ist, die eigenen Widersprüche offenzulegen. Andernfalls bleibt der Bundestag eine Bühne, auf der Regierung und Opposition ihre Rollen spielen – während draußen die Bürger für Eintritt, Kulissen und Fehlentscheidungen bezahlen.

 

 

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